Der größte Fehler

Viele Anfänger investieren fast ihr gesamtes Budget in den Bass. Dabei wird oft vergessen: Ein gut eingestellter Bass für 300 € spielt sich angenehmer als ein schlecht eingestellter für 1.000 €.

Deshalb würde ich immer etwas Budget für ein professionelles Setup und natürlich den Verstärker einplanen. Ein guter Bass ohne Verstärker bringt dir wenig. Schließlich möchtest du hören, wie dein Instrument wirklich klingt und wie sich dein Sound entwickelt.

Darauf solltest du achten

  1. Der Bass sollte gut eingestellt sein.
  2. Er sollte bequem in der Hand liegen.
  3. Er sollte dir optisch gefallen (ja, das ist wichtig!).
  4. Er sollte in dein Budget passen.

Mehr braucht es am Anfang eigentlich nicht.

Precision oder Jazz Bass?

Ein Precision Bass klingt etwas direkter, mittiger und kräftiger. Ein Jazz Bass bietet mehr Klangvielfalt und hat meist einen schmaleren Hals.

Beides sind hervorragende Instrumente für Anfänger. Wenn du noch gar nicht weißt, in welche musikalische Richtung es einmal gehen soll, würde ich dir eher zu einem Jazz Bass raten. Er ist etwas vielseitiger und deckt viele Stilrichtungen problemlos ab.

Aktiv oder passiv?

Ein passiver Bass kommt ohne eingebauten Vorverstärker aus. Du regelst den Klang hauptsächlich über die Tonabnehmer und den Tonregler bzw. die Höhenblende. Das macht ihn einfach zu bedienen und sehr zuverlässig – eine Batterie brauchst du nicht. Das ist keineswegs ein Nachteil. In der Regel steuerst du den Sound ohnehin über den Equalizer am Bassverstärker.

Ein aktiver Bass besitzt dagegen einen eingebauten Vorverstärker. Dadurch stehen dir meist zusätzliche Regler für Bässe, Mitten und Höhen zur Verfügung. Das bietet mehr Möglichkeiten, den Klang direkt am Instrument zu verändern. Dafür benötigt der Bass eine 9-Volt-Batterie.

Meine Empfehlung für Anfänger

Für die meisten Anfänger würde ich einen passiven Bass empfehlen. Nicht, weil aktive Bässe schlechter wären – ganz im Gegenteil. Viele professionelle Bassistinnen und Bassisten spielen aktiv. Umgekehrt spielen genauso viele Profis bis heute ausschließlich passive Bässe.

Am Anfang geht es jedoch vor allem darum, ein gutes Spielgefühl zu entwickeln und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: Timing, Technik und Groove. Zusätzliche Klangregler sorgen oft eher für Verwirrung als für einen besseren Sound.

Mit einem passiven Bass hast du weniger Einstellmöglichkeiten, aber genau das kann ein Vorteil sein. Du beschäftigst dich mehr mit deinem Spiel und weniger mit der Frage, welcher Regler gerade wie eingestellt sein sollte. Falls du dich später intensiver mit Sounds beschäftigen möchtest, kannst du immer noch auf einen aktiven Bass wechseln – oder feststellen, dass dir ein passiver Bass ohnehin am besten gefällt. Ich spiele seit Jahrzehnten passive Bässe und bin damit absolut zufrieden.

Wenn dein Budget knapp ist

Wenn das Budget wirklich knapp ist, kannst du mit einem Einsteiger-Set starten.

Ich will ganz ehrlich sein: Erwarte hier keine Wunder. Du wirst schnell merken, dass sowohl Bass als auch Verstärker qualitative Grenzen haben. Achte darauf, dass dein gewähltes Instrument nicht den Zusatz „Mini" oder „Short Scale" enthält. Weitere Infos dazu findest du in meinem Ratgeber Long Scale oder Short Scale.

Wenn du etwas mehr investieren kannst

Meiner Meinung nach wäre das der gesunde Mittelweg. Hier kaufst du Bass, Verstärker, Kabel, Stimmgerät, Metronom und Gurt getrennt.

Sire: Ich finde, dass die Marcus-Miller-Bässe von Sire ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. Einige meiner Schüler*innen spielen diese Instrumente und sind sehr zufrieden. Die Idee hinter Sire war nicht, einen exklusiven Signature-Bass zu entwickeln, sondern hochwertige Instrumente zu einem Preis anzubieten, den sich auch Einsteiger leisten können. Mit so einem Bass bist du ab ca. 360 € dabei.

Apropos 4-Saiter vs. 5-Saiter – dazu mehr in meinem Ratgeber 4- oder 5-Saiter.

Squier: Alternativ kannst du auch einen Bass von Squier kaufen. Squier gehört zu Fender und bietet erschwingliche Versionen der legendären Fender-Instrumente an. Die Bässe richten sich vor allem an Einsteiger und preisbewusste Musiker, sind heute aber qualitativ oft so gut, dass sie auch von fortgeschrittenen Spielern und sogar auf der Bühne eingesetzt werden.

Fender: Wenn du von Anfang an einen originalen Fender spielen möchtest, spricht natürlich auch nichts dagegen. Fender ist eine der traditionsreichsten Bassmarken überhaupt und hat mit dem Precision Bass und dem Jazz Bass Musikgeschichte geschrieben. Allerdings beginnt der Preis für einen neuen Fender meist oberhalb der von mir empfohlenen Sire- oder Squier-Modelle. Wenn dein Budget es zulässt und du dir den Traum von einem echten Fender erfüllen möchtest, wirst du daran mit hoher Wahrscheinlichkeit viele Jahre Freude haben. Klanglich und spielerisch bist du mit einem guten Sire oder Squier jedoch keineswegs im Nachteil – gerade als Einsteiger.

Bassverstärker

Ein Verstärker dient nicht nur dazu, lauter zu werden. Er hilft dir auch dabei, deinen Klang zu entwickeln. Gerade am Anfang ist das ein großer Vorteil.

Beim Verstärker empfehle ich dir eine Bass-Combo. Dabei sind Verstärker und Lautsprecher in einem Gehäuse verbaut. Das ist platzsparend, transportabel und für die meisten Einsteiger die sinnvollste Lösung.

Wenn du wissen möchtest, wie viel Watt sinnvoll sind, welche Lautsprechergröße zu dir passt und worauf du beim Kauf achten solltest, lies dir meinen ausführlichen Ratgeber zum Thema Bassverstärker durch.

Mein Fazit

Wenn mich jemand fragt, welchen Bass er als Anfänger kaufen soll, lautet meine Antwort fast immer: Kaufe keinen möglichst teuren Bass. Kaufe einen Bass, den du gerne in die Hand nimmst.

Ob Precision oder Jazz Bass, aktiv oder passiv – all das spielt am Anfang eine deutlich kleinere Rolle, als viele denken. Viel wichtiger ist, dass sich dein Instrument gut spielen lässt, ordentlich eingestellt ist und dich motiviert, regelmäßig zu üben. Denn am Ende entsteht ein guter Basssound nicht durch den Preis auf dem Etikett, sondern durch die Zeit, die du mit deinem Instrument verbringst.